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Posted 05/09/2017

Was Bergsteigen mit unserer Wirtschaft zu tun hat

Was Bergsteigen mit unserer Wirtschaft zu tun hat

Erinnern wir uns an die 80iger Jahre (oder für diejenigen, die daran noch keine Erinnerung haben können, bitte einfach vorstellen!). In Mode waren Pastelltöne, Schulterpolster, stone-washed Jeanshemden und weite Pullis. Blondgefärbte Haare und Limahl trällerte Tag ein, Tag aus seinen Song „Too shy“. Und alle sangen mit.
Anmerkung: Limahl war der Sänger der britischen Popgruppe Kajagogo und schwer bekannt.
Joschka Fischer löste einen Skandal aus, als er mit Turnschuhen im Landtag auftrat und mit Glasnost und Perestroika wurde der Wandel in der damaligen Sowjetunion eingeleitet.

Wir wissen, dass jede Epoche ihre eigenen Regeln hat und aus ihrer eigenen Überzeugung heraus handelt. Mitte der 80iger Jahre waren Manager vorwiegend damit beschäftigt taktische Organisationsverbesserungen zu realisieren. Sie führten ihre Mitarbeiter hauptsächlich aufgrund ihres technischen und funktionellen Fachwissens. Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter standen gute Noten, Fachwissen, Berufserfahrungen bzw. Praktika sowie Sprachkenntnisse im Fokus.

Dann, Anfang des neuen Jahrtausends ging es mehr um die Erreichung der strategischen Unternehmensziele, dem Begleiten von Change Prozessen und der Motivation und damit Leistungssteigerung der Mitarbeiter. Führungskräfte bezogen ihre Mitarbeiter enger in Entscheidungsprozesse ein und übertrugen ihnen operative Verantwortung. Im Recruitierungsfokus standen Kommunikations- und Teamfähigkeiten.

Heute bestimmen Themen wie Digitalisierung, demografischer Wandel und Robotik die Wirtschaft. Manager und Führungskräfte müssen eher auf dem Level eines Visionärs agieren, agile Zusammenarbeit fördern, hochmotivierte Teams entwickeln und Raum für Innovationen schaffen. Vielerorts geht es nicht mehr um das klassische Führen im Sinne von Zielvorgaben und Zielerreichung. Es geht um Freiraum, disruptives Denken, um den Purpose und um Coaching.

Schlagworte wie Old Economy, New Economy oder besser ausgedrückt die Ablösung der Old Economy, macht es vielen Führungskräften schwer zu verstehen was da vor sich geht und wie sie mithalten können.

Unbenommen erlebt unser Wirtschaftssystem gerade tiefgreifenden Veränderungen. Auch in der Haltung und Einstellung der Führungskräfte.
Nicht nur Start-up’s haben Strukturen umgestellt, handeln weniger hierarchisch oder gar ganz nach dem Prinzip der Holokratie. Auch in mittelständischen Firmen und sogar in Dax-Unternehmen, sind die neuen Denkansätze und Methoden (Therory U, Design Thinking, Business Modell Canvas etc.) sicht- und spürbar. Die Generation der Ende Zwanzig- bis Mitte Dreißigjährigen ist anders. Sie denkt anders, hat andere Vorstellungen, andere Werte und einen anderen Glauben. Und das ist gut so, sogar notwendig. Denn in vielen Bereichen und Branchen versagt das bisherige System und stößt immer mehr an seine Grenzen.

Entscheidend aber ist, dass der derzeitige Wandel auch denen eine Chance gibt mitzugehen und mitzugestalten, die nicht dieser Generation angehören.
Das Vergessen einer ganzen Herrschaft von Führungskräften, die das Thema Führung noch ganz anders gelernt und auch gelebt haben, hätte katastrophale wirtschaftliche und volkswirtschaftliche Auswirkungen. Organisationen jetzt mit Feingefühl, Ideenreichtum und Rücksichtnahme in die nächste Wirtschaftsepoche zu bringen, das ist die große Herausforderung vor der wir alle stehen.

Michael Jung (ehem. McKinsey) hatte einmal gesagt „Jeder besteigt denselben Berg, aber jeder betrachtet ihn aus einem anderen Blickwinkel und ist davon überzeugt, dass es ein völlig anderer Berg ist.“
Unterschiedliche Perspektiven sind wichtig. Fatal wäre es jedoch, wenn wir tatsächlich nicht denselben Berg besteigen würden, sondern die Mannschaften verschiedene Berge erklimmen, um dann feststellen zu müssen, dass die Kraft nicht bis zum Gipfel reicht.

Jede Veränderung braucht Menschen, die sie vorantreibt. Die die Ausdauer und den Mut besitzen Dinge anders zu machen. Und jede Veränderung hat Menschen, die mahnen, an altem festhalten wollen, sich sogar dagegenstellen.
Um eine Veränderung jedoch tatsächlich umzusetzen, braucht es eine Mehrheit, die den Weg – und damit denselben Berg - mitgeht, neue Konzepte, Strukturen und Werte aus Überzeugung lebt.

Besteigen wir also lieber gemeinsam denselben Berg.


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